WAS KÖNNEN UNTERNEHMEN POSTEN?

WAS KÖNNEN UNTERNEHMEN POSTEN?

Der nächste Social Media Beitrag steht an und plötzlich scheint im Unternehmen absolut nichts Interessantes zu passieren. Keine Produktneuheit. Kein großes Event. Keine bahnbrechende Ankündigung. Also lieber nichts posten? Nicht unbedingt. Denn meistens werden viele Themen im Arbeitsalltag schlicht nur nicht als Content wahrgenommen.

Das Kundengespräch von heute Morgen, die neue Lieferung, eine häufig gestellte Frage, ein laufendes Projekt oder der Kollege, der ein Thema in zwei Minuten besser erklären kann als jede Hochglanzbroschüre. Content ist meistens längst da. Er muss nur entdeckt werden.

Was intern völlig normal erscheint, kann für Außenstehende ziemlich interessant sein. Wie entsteht ein Produkt? Wie läuft ein Projekt ab? Was passiert vor einem Kundentermin? Wie sieht es im Lager, in der Produktion, im Büro oder beim Shooting aus? Solche Behind-the-Scenes-Inhalte zeigen, was hinter einem Unternehmen steckt, und machen Marken persönlicher und Leistungen verständlicher. 

Natürlich dürfen Unternehmen auch zeigen, was sie verkaufen. Spannender als die reine Produktbeschreibung ist allerdings die Geschichte drumherum: Welches Problem löst das Produkt? Wann ist eine bestimmte Leistung sinnvoll? Was unterscheidet verschiedene Varianten? Welche Fehler treten häufig auf? Ein Lebensmittelhersteller kann beispielsweise Rezeptideen zeigen. Ein Arzt kann erklären, wann eine bestimmte Untersuchung notwendig ist. So entsteht aus Werbung hilfreicher Content.

Die einfachste Quelle für Social Media Content-Ideen sitzt häufig im eigenen Postfach. Welche Fragen werden im Verkauf immer wieder gestellt? Was möchten Kunden vor dem Kauf wissen? Welche Begriffe müssen regelmäßig erklärt werden? Wo entstehen Missverständnisse? Aus einer einzigen häufig gestellten Frage können ein Reel, ein Carousel, eine Story oder ein LinkedIn-Beitrag entstehen. Wenn eine Frage regelmäßig gestellt wird, interessiert die Antwort wahrscheinlich mehr als eine Person.

Unternehmen bestehen nicht nur aus Produkten, Leistungen und Logos. Mitarbeitende können Fachwissen erklären, Einblicke in ihren Arbeitsalltag geben, Projekte vorstellen oder erzählen, woran sie gerade arbeiten. Das schafft Persönlichkeit und kann gleichzeitig Employer Branding und Recruiting unterstützen. Gerade für B2B-Unternehmen ist internes Fachwissen eine oft unterschätzte Content-Quelle. Es muss nur jemand daran denken, es aufzuschreiben, bevor es nach dem Meeting wieder im Tagesgeschäft verschwindet.

Neue Trends, Studien, gesetzliche Änderungen oder Entwicklungen innerhalb einer Branche liefern regelmäßig Themen. Dabei muss nicht jede News einfach weitererzählt werden. Interessanter ist die eigene Einordnung: Was bedeutet diese Entwicklung konkret? Warum ist sie relevant? Und was verändert sich dadurch? Damit zeigen Unternehmen Expertise und bieten ihrer Community gleichzeitig einen echten Mehrwert.

Referenzen, Kundenstimmen und abgeschlossene Projekte können ebenfalls guter Social Media Content sein. Dabei muss es nicht immer die klassische Erfolgsgeschichte mit möglichst beeindruckenden Zahlen sein. Auch ein konkretes Problem, eine besondere Herausforderung oder ein Blick auf den Entstehungsprozess kann spannend sein. Für B2C-Marken können das Bewertungen, Anwendungssituationen oder User Generated Content sein. Im B2B-Bereich bieten sich Projekte, Cases und konkrete Lösungswege an.

Nicht durch den berühmten Geistesblitz am Morgen des geplanten Posts. Hilfreicher sind feste Content-Säulen, die regelmäßig bespielt werden. Zum Beispiel: Einblicke. Wissen. Produkte und Leistungen. Menschen. Kundenfragen. Projekte. Damit beginnt die Contentplanung nicht jedes Mal bei null. Statt verzweifelt nach einer komplett neuen Idee zu suchen, muss nur noch überlegt werden, welche Geschichte aus einem dieser Bereiche gerade erzählt werden kann. Und plötzlich sieht der Arbeitsalltag ziemlich nach Content aus.

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